Sortiments- statt Länderkonzepte
25.02.2010
Intersport Österreich ist Marktführer im slowakischen Sportartikelmarkt – vor den lokalen Händlern Exisport und Fife x.In der laufenden Wintersaison meldet die Zentrale in Wels ein Plus von 65%. Gabriele Fenninger, seit 2006 Geschäftsführerin der Intersport Österreich, sprach mit sportFACHHANDEL über den slowakischen Markt.
sportFACHHANDEL: Wie kommt es, dass Intersport in der Slowakei Marktführer ist?
Gabriele Fenninger: Wir sind rechtzeitig eingestiegen und haben die Zusammenarbeit mit engagierten Unternehmern vor Ort aufgebaut. Fachberatung und Bestpreisgarantie kommen gut an, aber auch das Sortiment mit den Exklusivmarken wie McKinley, Pro Touch, Tecno Pro und Genesis. Neben Gigasport ist Intersport in der Slowakei der einzige Sportartikelhändler mit Vollsortiment. Darüber hinaus gibt es eine Reihe von Monobrandstores von Adidas und Nike. Auch lokale Händler wie Exisport führen Marken. Als Erfolgsfaktor sehen wir nicht zuletzt unsere Investition in die Bekanntheit – mit der Präsenz bei nationalen und internationalen sportlichen Großereignissen.
Inwieweit lassen sich österreichische Konzepte umsetzen? Welche Rolle spielt Ski? Grundsätzlich arbeiten wir in der Slowakei mit den gleichen Marken wie in Österreich. Der Anteil Ski ist anders gewichtet als zum Beispiel in Tirol – und auch die Preislagen sind andere. Die Preisklasse von 800 EUR findet sich in der Slowakei noch nicht in dem Ausmaß wie in Österreich. Aber es gibt auch Gebiete in Österreich, in denen der Anteil Ski gleich ist wie jener in der Slowakei. Grundsätzlich denken wir nicht in Österreichkonzepten, sondern in Sortimentskonzepten. Auch multiplizieren wir Sortimente nicht, sondern gestalten sie regionsspezifisch.
Welchen Anteil haben Ski am Gesamtvolumen in der Slowakei? Der Anteil von Ski am Gesamtsortiment liegt nur vier Prozentpunkte hinter Österreich. Die Slowakei ist eine Sportnation und die Tschechen lieben neben dem Eislaufen und Eishockey auch den Skilauf.
Was sind die spezifischen Heraus-forderungen in der Slowakei? Das Fahrradgeschäft soll weiter ausgebaut werden, wie in allen anderen Ländern.
Zeichnet sich die Krise in der Slowakei denn gar nicht ab? Nein, einzig die Euro-Umstellung war leicht spürbar. Wie in anderen Ländern auch.
Wie ist Franchise in Zusammenhang mit Intersport zu verstehen? Das sind selbstständige Unternehmer, die sich für Sport interessieren und sich entschließen, Intersport-Partner zu werden. Der Ladenbau wird 1:1 übersetzt, indem die Elemente aus Wels geliefert und vor Ort von einem Professionisten nach Vorgabe installiert werden. Der Einkauf wird vom Franchisenehmer vorgenommen, indem er das Sortiment, das wir empfehlen, den lokalen Anforderungen gemäß gewichtet. Die Order erfolgt in Wels.
Was sind die mittelfristigen Ziele in der Slowakei? Wir wollen die Marktführerschaft halten und das Stand-orte-Netzwerk weiter ausbauen.
Das Interview führte Hildegard Suntinger.
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