Hanwag

Ab 2011 werden zehn Sportmärkte neu aus dem Boden gestampft

Hochdorf. Verschnaufpause für den Schweizer Fachhandel: Athleticum wird in diesem Jahr keine neuen Filialen eröffnen.

Das kündigt der neue Geschäftsführer Urban Neuhäusler im Gespräch mit sportFACHHANDEL an. 2011 will die Manor-Tochter dann jedoch umso stärker Gas geben. Der 48-Jährige ist zwar ein Manor-Gewächs, gilt jedoch trotzdem als Quereinsteiger (siehe SFH Ausgabe 4/2009, S.22).

 

sportFACHHANDEL: Herr Neuhäusler, seit gut drei Monaten sind Sie Geschäftsführer der Athleticum Sportmarkets AG. Was waren Ihre ersten Aufgaben?
Urban Neuhäusler: In erster Linie ging es darum, die Mitarbeiter in der Zentrale und in den Filialen sowie die Athleticum-spezifischen Abläufe kennen zulernen. Auch eine Analyse der Ist-Situation mit den sich daraus entwickelten Potenzialen stand auf dem Programm der ersten drei Monate. Außerdem war es wichtig, die bestehende Strategie in der Umsetzung voranzutreiben.

Vor Ihrem Amtsantritt waren Sie 25 Jahre lang im Hause Manor, zuletzt als General Merchandising Manager für die Bereiche Beauty, Herren, Kinder und Sport verantwortlich. Wie wichtig ist Ihre Erfahrung aus dem Mutterkonzern für den neuen Job und welche Kernkompetenzen bringen Sie mit? Meine Erfahrung aus 25 Jahren Manor hat mir vor allem den Einstieg bei Athleticum erleichtert. Meine Kernkompetenzen liegen in den Bereichen kommerzielles Handeln, in der lang­jährigen Einkaufs- und Verkaufs­erfahrung sowie in der Führung von Mitarbeitern und in meinem analytischen Verständnis.

Was bedeutet der Wechsel für Ihre Mitarbeiter? Welche personellen oder organisatorischen Veränderungen wird es unter Ihrer Führung geben? Meine Führungsphilosophie beinhaltet gleichermaßen das Fördern und das Fordern nach klaren Spielregeln. Wichtig ist es vor allem, Stabilität zu gewährleisten. Es ist nach drei Monaten sicher noch etwas zu früh, um konkrete Maßnahmen betreffend organisatorischer Veränderungen zu kommunizieren.

Unter Ihrem Vorgänger André Afentoulidis wuchs die Zahl der Athleticum- Geschäfte auf 25. Planen Sie Ihr Filialsystem weiter auszubauen? Wann gehen Sie nach Süddeutschland? Ich sehe noch ein Potenzial für zehn zusätzliche Standorte in der Schweiz. Die Expansion wird jedoch erst ab 2011 und in den Folgejahren vorangetrieben. Eine Expansion ins Ausland ist zurzeit kein Thema. Wir wollen zuerst unsere Hausaufgaben im Heimmarkt erledigen.

Wo sehen Sie Potenziale im Sportbereich? In welche Segmente wollen Sie investieren? Wir sehen Potenzial in folgenden Bereichen: Wellness und Fitness, Velo und e-Mobility, Outdoor sowie Winter- und  Sportschuhe.

Vor kurzem sagten Sie, eines Ihrer Ziele sei es, „das Bestehende zu optimieren“. Was bedeutet das konkret? An welchen Stellschrauben werden Sie drehen? Wir wollen die Kundenbedürfnisse aufnehmen und alle Anstrengungen in den Bereichen Einkauf, Verkauf und Kommunikation darauf ausrichten.

Wo sehen Sie die größten Herausforderungen für Athleticum im Jahr 2010 und wie planen Sie diese zu meistern? Ich will 2010 die Teambildung mit meinen neuen Mitarbeitern erfolgreich abschließen.

Wie wehren Sie Großflächen-Wett­bewerber wie SportXX, Intersport (Sportfabriken) und demnächst auch Decathlon ab? Wir werden unsere eigene Strategie konsequent umsetzen, das heißt wir werden unsere Stärken stärken und unsere Schwächen korrigieren.

Wie stellen Sie Athleticum zur WM 2010 auf? Planen Sie besondere Aktionen? Die Fußball-WM ist auch für Athleticum ein wichtiger Event. Wir wollen die Fans aller Mannschaften in unseren Filialen mit einem umfassenden Fan-Sortiment bedienen können. Dazu haben wir unter anderem Panini-Tauschbörsen geplant und ein spezielles Angebot für alle Schweizer Fans lanciert. Unsere Filialen und auch die Mitarbeiter kommen zusätzlich im speziellen WM-Look „South Africa“ daher.

Was bedeutet Ihre Amtsübernahme für die Händler in der Schweiz. Muss sich der Fachhandel nun warm anziehen? Der Fachhandel kennt uns seit fünfzehn Jahren. Unsere stetige Entwicklung geht in allen Bereichen wie zum ­Beispiel Expansion, Kunden­service, POS-Gestaltung, Sortimentsvielfalt, Kommunikation, immer weiter. Dies ist ein laufender Prozess. Wir werden alle Chancen, die sich uns bieten, wahrnehmen.

Wohin führen Sie die Athleticum Sportmarkets AG? Wo sehen Sie Ihr Unternehmen in einem Jahr? Athleticum wird auch in einem Jahr noch der Sportfachmarkt mit der größten Sortimentsbreite von rund 60.000 Artikeln sein. Wir werden auch in der Zukunft auf eine Top-Beratung und auf Top-Serviceleistungen achten. Alles mit dem Ziel, die geplante Expansion erfolgreich vorantreiben zu können.

Das Interview führte Ramona Fischer

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