Hanwag

Verwirrung: Schweizer Händler betreibt längst „Sport Budget“

Frutigen. Intersport Schweiz holt sich die eigene Konkurrenz ins Haus: So neu ist das Verkaufskonzept „Budget Sport" in der Schweiz nämlich gar nicht, wie sportFACHHANDEL herausfand.

„Budget Sport“ soll ab nächstem Jahr Einzug in die Eidgenossenschaft feiern. Pech nur, dass es seit einigen Jahren im Berner
Oberland bereits zwei Geschäfte namens „Sport Budget" gibt, die ein Intersporthändler nach einem Besuch in Finnland in Eigen-initiative eröffnete. Auch dort geht es um günstige Abverkäufe und Restposten für preisbewusste Kunden. Auch dort glänzen Logo und Laden in knalligem Orange wie das Vorbild in Finnland.

Derzeit herrscht Verwirrung um die jeweiligen Konzepte: „Unser Konzept heißt ‚Sport Budget‘ und gehört der Intersport Schweiz“, erläutert der Berner Intersporthändler Beat Zürcher. Das jüngst als neu in der Schweiz angekündigte Konzept „Budget Sport" wiederum werde seitens der Intersport International (IIC, Bern) lanciert und sei in Finnland in Betrieb. So
stehen jetzt zwei Namen für ein- und dasselbe Konzept im Rennen und konkurrieren miteinander.
Zürcher führt in Frutigen ein gleichnamiges Intersport-Geschäft (über 1000 qm) inklusive Werkstatt, Snowboard-Laden und Kletterwand. Nach einem Besuch in Finnland vor einigen Jahren wollte Zürcher die Budget-Idee für sich nutzen. Der findige Händler stellte den Namen also einfach um und betitelte seine Billigschiene „Sport Budget“. „Unsere Läden sind viel kleiner, etwa zwischen 100 und 120 qm“, erklärt der Händler. Zürcher wollte die Möglichkeit, mit einem bestimmten Namen und Auftritt günstiger zu verkaufen, für seine Zwecke umsetzen. „Wir konnten zu dem Zeitpunkt nicht an die Sport-Fabriken von Intersport liefern“, berichtet er. So suchte Zürcher einen eigenen Weg. Mittlerweile eröffnete Zürcher einen zweiten Sport-Budget-Laden im nahegelegenen Spiez. Sein Motto lautet: „Das Paradies für Sparer ...“.

Zürcher musste Namen abgeben

Jetzt wurde klar: So einfach geht das nicht. Offenbar schon gar nicht, wenn ein Händler mal Eigeninitiative zeigt, wie Zürcher erfahren musste. Es stellte sich heraus: Auch der von Zürcher gewendete Shop-Name „Sport Budget" war schon vergeben – und zwar reserviert von Intersport Schweiz (2006 noch unter der Führung von Stephan Ruggle). Der damalige CEO der Intersport Schweiz wollte ebenfalls eine Billigschiene aufbauen, welche es kleineren Sportläden in kleineren Städten erlaubt, auf kleinerer Fläche günstige Ware anzubieten. Also genau das, was sich Zürcher auch ausgedacht hatte. Ergebnis: Der Schweizer Händler musste seine Idee abgeben und die beiden Sport-Budget-Läden laufen seitdem genau genommen unter der Ägide von Intersport Schweiz, erläutert der Händler gegenüber sportFACHHANDEL. Ruggles Nachfolger an der Intersport-Schweiz-Spitze, Urs Müller, wollte das ursprüngliche Budget-Konzept ebenfalls neu beleben. Dass nun neuerdings Intersport International das finnische Konzept „Budget Sport“ aus der Schublade holt und in der Schweiz zusammen  mit der
Resterampe „Ottos“ umsetzen will, kommt für Zürcher sehr überraschend. „Grundsätzlich habe ich kein Problem damit“, meint Zürcher trotzig. Jubeln über die neuen Mitbewerber werde er jedoch nicht.
Auch in der Schweiz geht die Schere immer weiter auseinander, das Konsumverhalten verändere sich. Die Entwicklung zeige, dass entweder ganz teuer (über Beratung und Service) verkauft werde oder Kunden gezielt auf Schnäppchensuche gehen. Diese Kundengruppe will Zürcher mit seinem eigenen Budget-Konzept ansprechen. Wohin das Pendel künftig mehr ausschlage, mag Zürcher trotzdem nicht voraussagen. Der Händler will seine Schiene mit dem orangenen Logo auf jeden Fall verteidigen und weiterfahren. rf

ANZEIGE

ANZEIGE

3D Viewer

iyinet 2012 seo yarışması llhtnbşklhyktr