Strafzölle: EU tritt Schustern weiter auf die Füße
07.01.2010
Brüssel. Gegen den heftigen Widerstand sportlicher Lobbygruppen wie Fesi oder der European Outdoor Group hatten schließlich die Befürworter von Strafzöllen auf Lederschuhe aus China und Vietnam das bessere Ende.
Kurz vor Weihnachten sprach sich der Ministerrat der Europäischen Union, dessen Entscheidung bindend ist, für eine Verlängerung dieser Handelsbarriere aus. Die Zölle, die sich auf 16,5% des Wertes von Schuhen aus China und 10% aus Vietnam, belaufen gelten nun bis zum 31. März 2011. Die Entscheidung fiel denkbar knapp aus: Dem Vernehmen nach votierten 14 der 27 Mitgliedsstaaten für die Verlängerung der Zollregelung, wobei nach EU-Gepflogenheiten eine Enthaltung als „Ja“ gewertet wird.
Die Enttäuschung bei den Zollgegnern war entsprechend groß: Der Hauptverband der deutschen Schuhindustrie, der mit den Sportverbänden an einem Strang zieht, rechnet vor, dass die verlängerten Zölle der Industrie, aber schlussendlich den Verbrauchern rund 1 Mrd. EUR kosten dürften. Auch die Chinesen sind alles andere alles andere als begeistert. Deren Regierung kündigte an vor der Welthandelsorganisation WTO gegen den EU-Beschluss vorzugehen. mh
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