Standortsicherung und Expansion bei Intersport Österreich
06.01.2010
Wels. Der Intersport Österreich (Wels) steht ein dramatischer Generationswechsel bevor: In den kommenden Jahren stellt sich bei rund 30 angeschlossenen Händlern das Nachfolgeproblem.
Das entspricht einem Fünftel der gesamten Mitgliederzahl. Kommen und Gehen, das wird noch spannend.
Repräsentativ für das Nachfolgeproblem der Intersport Österreich ist Christian Lingenhöle in Bregenz. Er bewirtschaftet gemeinsam mit seiner Frau Annelies und sieben Mitarbeitern ein Sportgeschäft mit 500 qm Verkaufsfläche im Gemeinschaftswarenhaus (GWH) in der Bregenzer Fußgängerzone. Der 65-Jährige ist seit über 40 Jahren im Geschäft und möchte im Sommer 2011 in den Ruhestand gehen. Der eigene Nachwuchs hat sich beruflich anders orientiert und die Suche nach einem Nachfolger gestaltet sich schwierig. Dabei scheint der
Standort Bregenz ideal: Die Stadt liegt direkt am See und hat durch den Hausberg Pfänder sowie die Festspiele viele Touristen. Der Wettbewerb ist mit zwei Konkurrenten in der Stadt nicht ausgeprägt.
Für die Intersport-Zentrale hat die Standortsicherung hohe Priorität. Deshalb unterstützt sie Händler mit Nachfolgeproblemen mit Expertisen, verhandelt mit Mitgliedern und bemüht sich um (noch) Nicht-Mitglieder. Allerdings ist die Standortsicherung auch für die Zentrale kein leichtes Unterfangen. Im ersten Schritt werden Gespräche mit den geographisch nahe gelegenen Mitgliedern geführt. Aber die können in der Regel nicht so schnell wachsen, wie es notwendig wäre.
Die Großen werden größer
Ausnahmen bestätigen die Regel. Denn ein enger Kreis starker Mitglieder ist in der jüngeren Vergangenheit – allerdings nicht nur wegen dem Nachfolgeproblem – beachtlich gewachsen. Das zeigt unter anderem die Kluft zwischen Mitglieder- und Standortzahl: Auf 150 Mitglieder fallen 332 Stand-orte. Beispielhaft dafür ist Bründl
(Kaprun), der bereits zwei Geschäfte zur Standortsicherung übernommen hat: Mathoy in Ischgl (2003) und Hausberger in Mayrhofen (2008). Andere Händler lassen sich aber auch auf ganz verschiedene lokale Bedingungen ein. Zum Beispiel hat Winninger mit dem Stammhaus in Amstetten, ein Geschäft im Stadioncenter der 1,8 Mio. Metropole Wien und einen Laden in Saalfelden, einem Wintersportgebiet. Hinter Sport Eybl, dem mit 25 Standorten größten Intersport-Lizenzpartner (seit 1. September 2008), reihen sich mittlerweile vier starke Mitglieder (siehe Tabelle unten).
30 regionale Nahversorger geplant
Bei Intersport Österreich geht es aber nicht nur um die Standortsicherung, sondern auch um eine flächendeckende Marktpräsenz. Wie Unternehmenssprecher Christian Mann erklärt, soll die Expansion vorangetrieben werden: „Wir sehen das Potenzial für 30 weitere Standorte im Format von 1000 qm." Er umschreibt den angedachten Shoptyp mit „regionale Nahversorger in Fachmarktzentren". Dahinter steckt der Trend zur österreichweiten Implementierung von Fachmarktzentren in Bezirkshauptstädten und im ländlichen Raum. Dieser Trend forciert den Wettbewerb unter den Marktteilnehmern.
Das Engagement in der Standortpolitik sieht Mann nicht im Widerspruch mit dem Status der Einkaufsgenossenschaft. Denn Intersport Österreich verstehe sich nicht als klassische Einkaufsgenossenschaft, sondern vielmehr als Marke. Außerdem wolle man die Nummer eins im Markt bleiben. Die Exklusivität, die Intersport seinen eigenen Mitgliedern zugesteht, sieht er weniger in Kilometerdistanzen, sondern eher in Relation zum Einzugsgebiet und zur Kaufkraft. Mann: „Allfällige neue Standorte, für die es ein entsprechendes Potenzial gibt, werden mit den bestehenden Intersport-Händlern abgestimmt." su

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