Schnee und Kälte halten Händler auf Trab
04.02.2010
Bern. Nach dem letzten Rekordjahr erwartet IHA-GfK-Marktforscher Kurt Meister ein ähnliches gutes Ergebnis wie in der Saison 2008/2009. Auch ASMAS-Chef Claude Benoit freut sich über den diesjährigen Saisonverlauf.
Kälte und Schnee brächten „Leben in den Sporthandel.“ Bei der IHA-GfK wird derzeit ausgewertet, was die Marktzahlen hergeben. „Wir stecken noch mitten in den Auswertungen für Wintersport“, erklärt Meister auf Anfrage, doch sei mit einem vergleichbar stabilen Ergebnis wie 2009 zu rechnen. Die Wintersaison läuft in der Schweiz bis Mitte April. Im letzten Jahr hatte der Wintersportmarkt um satte 5,8% zugelegt. Vorausgegangen war ein kräftiger Einbruch 2006/2007 um -6%. Der neue Anlauf stimmt Handel und Hersteller positiv.Das Wintergeschäft brummt Von Konsumkrise ist (ähnlich wie in Deutschland) im Wintersport- und Outdoorsektor nichts zu spüren. Im Oktober jedenfalls sei das Umsatzwachstum zweistellig ausgefallen, gibt Händlerverbandschef Benoit bekannt. Das betraf sowohl Hartware als auch Sporttextilien. Im Wintersportmarkt sollten somit in diesem Jahr wieder rund 800 Mio. CHF umgesetzt werden. Dabei dürfte sich der Snowboard-Markt in der Schweiz auf rund 55.000 Bretter eingependelt haben. Vor zehn Jahren allerdings waren es fast doppelt soviel. Bei Alpinski sehen Experten das Verkaufsvolumen derzeit bei rund 313.000 Paar liegen. Der Markt stagniere auf hohem Niveau, meint Kurt Meister. Innovationen spielen sich im Detail ab: Twin-Tip und neue Tourenski reizen zwar viele umzusteigen bzw. beim Schneesport zu bleiben, doch wächst die Gesamtzahl der Käufer nicht. Wer sich spezialisiert, hat die besten Karten: Beim Thema Freeride etwa hat sich Sporthändler Chris Spörri (Winterthur) ein treues Stammpublikum aufgebaut, seit er vor Jahren auf diesen Zug gesprungen war. Ebenso freuen sich auch die beiden Intersportler Sport Och (Zürich) und Kost Sport (Basel) über stetige Textilumsätze. Beide Traditionshändler haben sich auf funktionelle Sportbekleidung (Winter, Outdoor) spezialisiert.
WM rollt zum Sommer an
Auch das Sommerbusiness sollte in diesem Jahr wachsen. Für das angelaufene Jahr rechnet die Branche vor allem durch die Fußball-WM mit steigenden Umsätzen. Das hätte man schon bei der letzten WM beobachte, ergänzt Franz Julen, CEO von Intersport International (IIC, Bern). Für den Schweizer Fachhandel sollte förderlich sein, dass das eigene Team in Südafrika dabei ist. Die Flächen-Discounter und Filialisten in der Schweiz (SportXX, Athleticum, Ochsner) schießen sich bereits auf die WM ein und kündigen weitere Aktionen an. Noch steht Ochsner (inklusive Sports-Lab-Läden) mit rund 100 Geschäften und knapp 400 Mio. CHF Umsatz auf dem Siegertreppchen. Dahinter folgen SportXX (siehe Bericht auf dieser Seite) und Manor-Tochter Athleticum (2009: 214 Mio. CHF). rf
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