Hanwag

Qualitätsbewusste Kunden lassen Outdoor-Handel nicht hängen

Bern. Der Schweizer Einzelhandel befindet sich wieder auf Erholungskurs: Sport insgesamt riss das Ruder seit Jahresanfang herum, und nach einem leider verregneten Saisonstart geht Outdoor jetzt mit noch mehr Tempo auf die Runde.

Der Schweizer Einzelhandel konnte im ersten Vierteljahr 2010 gegenüber dem Vorjahreszeitraum insgesamt ein Umsatzplus von 1,6% generieren. Laut statistischem Bundesamt verbuchte der Bereich Sport/Spielwaren ein Plus von 5,9%. Der Sektor Sporthartware kletterte in den ersten drei Monaten dieses Jahres laut GfK-Schweiz um 7% nach oben. Erstaunlich: Sport liegt damit noch deutlich vor dem beliebten Konsumthema Multimedia (+5,7%).

Dämpfer im Mai
Leider hatte es im Wonnemonat einen Dämpfer mit langen, verregneten Wochen gegeben, die den Start in die Out-door-Saison vermasselten. „Eigentlich geht die Saison jetzt erst richtig los“, meint der Schweizer Ski-, Bike- und Outdoor-Ausrüster Beni Stöckli.
Auch Daniela Hug ist zuversichtlich, die soeben bei Mammut als neue Verkaufsleiterin für die Schweiz an den Start ging. „Wir wollen unsere Leaderposition auf dem Schweizer Markt halten und in den nächsten Jahren ausbauen“, bekräftigt Hug. Vor allem bei den Produktgruppen Schuhe und Hartware will man wachsen. Der Ausbau der eigenen Geschäfte sowie Shop-in-Shops steht ebenfalls auf der Agenda. Im Gegensatz zu manchen Mitbewerbern (TNF, Jack Wolfskin) wandelt der Bergsportler jedoch noch auf Samtpfoten.
Die Zukunft wird beweisen, ob die Argumentation der Hersteller glaubwürdig ist, dass eine verstärkte eigene Markt- und Markenpräsenz auch insgesamt dem Handel und der Outdoor-Branche gut tut. Für Vaude entwickelt sich der Schweizer Markt immer mehr zum Umsatzgaranten, da der Kunde nicht nur auf bekannte Marken setze, erklärt Vaude-Sprecherin Birgit Weber. Vaude und das Tochterunternehmen Edelrid profitieren außerdem vom Boomthema Klettern. Neu an den Start gegangen ist auch das Kletterportal.ch, welches einen Überblick zu den bereits über 20 Hallen in der Schweiz gibt und darüber hinaus jede Menge Tipps rund ums Klettern anbietet. Daneben befindet sich in diesem Web-Angebot eine Community im Aufbau, bei der Kletterfans, Einsteiger und Könner diskutieren und in Kontakt treten können. Interessanter­weise scheint der Sporthandel jedoch mit eigener Präsenz und Angeboten in dem Portal noch zurückhaltend zu sein. Präsenter sind bekannte Online-Händler aus Deutschland wie z.B. Bergfreunde.de und Bergzeit.de, die beide nicht zimperlich mit Preisen umgehen.

„Made in Swiss“ erfolgreich
Nicht nur Mammut und Stöckli setzen auf „Made in Swiss“: Seit drei Jahren ist die Marke R`adys am Markt, die mit einer eigenentwickelten Outdoor-Kollektion klein startete und mittlerweile nach eigenen Angaben erfolgreich etabliert werden konnte. Mit Sarah Buser (Außendienst) und Silvia Matschinger (Kommunikation) wurde das Team verstärkt. Firmengründer Adrian Ruhstaller jedenfalls will bald alle Teile nur noch in der Schweiz herstellen. Der Fachhandel erhält damit nicht nur eine technisch hochwertige Outdoor- und Freizeit-Kollektion (die z.B. durch neue Klebetechnologie in der neuen Kollektion sichtbar wird), sondern auch neue Verkaufsargumente, die bei den qualitätsorientierten Kunden in dieser Saison sehr gut ankämen. Bald soll auch der Sprung in die Nachbarmärkte gewagt werden. Den hat Mitbewerber Outlyne bereits hinter sich. Gründer Rico Dürst freut sich über steigende Umsätze in diesem Jahr und einem zunehmenden Bekanntheitsgrad, bei dem das Motto „Made in Swiss“ geschickt und glaubwürdig eingesetzt wird: Die Zentrale in Landquart punktet vor allem bei der kaufkräftigen Käuferschicht ab 30 Jahre, für die Funktion und Stil im Vordergrund stünden, meint Dürst.
Und auch der Schweizer Funktionsspezialist Odlo (mit norwegischen Wurzeln) präsentiert nahezu jährlich innovative Konzepte bei Materialzusammensetzung und Kollektion. 70% der Produkte werden in Europa hergestellt. Die Entwicklung erfolgt in der Schweiz, betont CEO Andreas Kessler. Die Marktanteile im Segment Funktionswäsche  würden je nach Land bei zwischen 30 und 50% liegen.

 

Qualität setzt sich durch
Zwar gebe es laut des Marktforschungsunternehmens IHA-GfK (Hergiswil) noch eine gewisse Sparhaltung beim Kunden, doch werde bei den Ausgaben, die trotzdem getätigt werden, Wert auf Qualität gelegt und deshalb auch tiefer in die Tasche gegriffen. Sport-Discounter haben das eigenen Angaben zufolge in diesem Jahr zu spüren bekommen. Manche Dauer-Tiefpreis-Angebote bei Ochsner, SportXX und Co. sollen in diesem Jahr nicht so leicht über die
Ladentheke gegangen sein wie in den Vorjahren, berichten Verkäufer. Der Fachhandel hingegen konnte Pluspunkte verbuchen und vor allem im Textilbereich höherwertig verkaufen. Gute Umsätze melden etwa Kost Sport in Basel und Och Sport in Zürich. Beide alteingesessenen Sporthändler haben sich
auf hochwertige, sportliche und outdoorlastige Textilien spezialisiert und sprechen damit ein kaufkräftiges Publikum an, das offenbar nicht an
Discounter abwandert. Auch bei dem größten Outdoor-Filialisten der Schweiz, Transa, stehen die Zeichen auf Wachstum. Sowohl in der Berner als auch in der Baseler Filiale (mit Hauptsitz in Zürich) würden gute Umsätze im Hartwaren-, Schuh- und Textilsektor eingefahren, berichten Mitarbeiter. Gespannt blickt die Branche außerdem nach Zürich, wo der Out­door- und Bikehändler und der deutsche Firmenteilhaber Globetrotter (Hamburg) demnächst mit dem Bau des neuen Outdoor-Centers (über 3000 qm) nahe des Züricher Hauptbahnhofs beginnen wollen. Das unterstreicht nach Ansicht von Markt-
kennern das zukünftige Potenzial von Outdoor in der Schweiz. rf

ANZEIGE

ANZEIGE

3D Viewer

iyinet 2012 seo yarışması llhtnbşklhyktr