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Neue Shops, neue Zentrale und Rückkehr zum Bodensee

Pederobba. Nach der Eröffnung des neuen Ladens in Berlin hat The North Face nur wenig Zeit für ­eine Verschnaufpause: Im kommenden Jahr steht der Umzug der Europazentrale von Italien in die Schweiz ebenso auf dem Programm wie die Eröffnung neuer Geschäfte sowie das Comeback der Marke auf der OutDoor in Friedrichshafen.

sportFACHHANDEL sprach mit Patrik Frisk, Chef der Outdoor & Actions Sports Coalition der VF Corporation in Europa, dem Nahen Osten und Afrika, in der The North Face organisatorisch angesiedelt ist. Seine Überlegung: Weitere TNF-Shops sollten von Handelspartnern betrieben werden – aber nicht immer und überall.

 

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Patrick Frisk

 

 

Nach der Eröffnung des Geschäfts in Berlin war es denn doch mal der Nachfrage wert, wie eigentlich der Masterplan der Marke in Sachen Einzelhandelsaktivitäten aussieht. Derzeit freut sich The North Face in der EMEA-Region über 46 Mono-Label-Stores, wovon sieben in Eigenregie betrieben werden.

Mit dem Laden in Berlin gibt es nun sechs Geschäfte in Deutschland, wovon nur der Store in Leipzig von der Marke selbst geführt wird. Und das nicht mal von Haus aus, denn ursprünglich wurde das Geschäft von Lokalmatador Tapir eröffnet, der den Store allerdings bald wieder an die Marke zurückgab (siehe auch Interview auf S. 12). Die Geschäfte in Berlin und Nürnberg werden von Textilhändlern betrieben, das in München von ­Schus­­ter und die in Frankfurt und Freiburg von Intersport Bohny. In Österreich und der Schweiz verfügt The North Face über je zwei Marken-Stores, namentlich in St. Anton, Innsbruck, Zermatt und Zürich.

 

Warum nicht 100 Stores bis 2014?

Patrik Frisk zeichnet ein differenziertes Bild von der näheren Zukunft der Einzelhandels-Aktivitäten: „Wir planen bis 2014 mit zwischen 75 und 100 Geschäften in der EMEA-Region.“ Damit ist zunächst nicht gesagt, von wem sie betrieben werden. In der Planung sind zwischen sechs und acht Stores pro Jahr. In 2009 hat man sechs verwirklichen können, davon zwei in Deutschland, drei in Großbritannien und einen in Andorra – womit The North Face das Minimalziel erreichte. Frisk gesteht, dass „wir auch wegen der Finanzkrise ein wenig langsamer gemacht haben“.

Vom Grundsatz her geht Frisk von einer Partnerschaft mit Fachhändlern aus, wenn es um die Eröffnung neuer Geschäfte geht – allerdings auf der Basis eines „Ja, aber“. Zum einen habe „The North Face keine organisatorischen Strukturen“, um Einzelhandel in vollem Umfang zu betreiben. Auf der anderen Seite sei es nicht immer einfach, die geeigneten Partner auf Handelsseite zu finden.

Frisk ruft in Erinnerung, dass die Marke 1966 tatsächlich als Einzelhändler in den USA begonnen und daher über die entsprechende Kompetenz auf diesem Feld verfügte. Während der EMEA-Chef grundsätzlich Handels­partner als Shopbetreiber bevorzugt, wägt er insbesondere bei sehr großen Städten ab. Dazu gehören für ihn London und Paris, wo es laut Frisk eher Sinn macht, das Geschäft selbst in die Hand zu nehmen. Das sind gute Nachrichten für Fachhändler im deutschsprachigen Raum, wo es derart große Städte schlicht nicht gibt. In Berlin und München sind Franchise-Partner am Start.

 

Kein Riesenprogramm nach Tatzen-Muster geplant

The North Face plant kein ganz großes Franchise-Programm, wie es Jack Wolfskin hierzulande durchzieht, hegt aber durchaus Sympathien für den Mitbewerber für dessen Konsequenz. „Wir sind keine deutsche Marke“, so Frisk, und können das in dieser Form nicht machen. Außerdem könne man sich als wirklich globale Marke nicht so stark auf eine bestimmte Region konzentrieren. Dennoch gibt es im Hause TNF jede Menge Respekt für die Tatze: „Wir hoffen, dass das Franchise-System von Jack ­Wolf­skin erfolg­reich bleibt. Es hat das Thema Outdoor beflügelt und das nützt auch uns und unseren Partnern im Handel.“ Und diese Partner – darauf legt Frisk großen Wert – sollen weiterhin stark unterstützt werden. 

 

Markus Huber

 

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