Intersport Österreich nach gutem Abschluss verhalten optimistisch
22.01.2010
Wels. Mit einem Umsatzplus von 4,5% schloss die Intersport Österreich ihr Geschäftsjahr 2008/09 (per Ende August).
Das Wachstum kam über neue Standorte und einem hoch entwickelten Benchmarking, erklärte soeben Geschäftsführerin Gabriele Fenninger auf einer Pressekonferenz in Wels. Zugleich gab sie eine verhaltene Prognose für das laufende Jahr.
Die Intersport Österreich setzte insgesamt 621,9 Mio. EUR um. Im Jahr zuvor waren es 595 Mio. EUR. Die Einkaufsgenossenschaft umfasst 150 Mitglieder mit 332 Standorten in Österreich, Tschechien, der Slowakei und Ungarn.
266 Standorte in Österreich erwirtschafteten einen Umsatz von 546,3 Mio. EUR und erzielten ein Wachstum von 3,6%. Die Umsätze sind jedoch nicht flächenbereinigt. So kamen 25 neue Standorte über alle Länder dazu. Demgegenüber stehen 13 Schließungen. Das EGT (Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit) lag bei einem Umsatz von 201,1 Mio. bei 1,2 Mio. EUR. Im Geschäftsjahr 2007/08 lag das EGT bei -1,9 Mio. EUR.
Insgesamt sollen im laufenden Geschäftsjahr sieben neue Standorte eröffnet werden. Vier davon fallen auf Österreich. Darunter eine 2000 qm große Fläche, die im März im Kaufhaus Tyrol (Innsbruck) an den Start geht. Weitere drei neue Standorte sind in Osteuropa geplant (zwei Geschäfte in der Slowakei und ein Geschäft in Ungarn).

Gabriele Fenninger
Wintersport und Outdoor waren sehr gut in Form
Umsatztreiber war zum einen der Wintersport. Wobei allerdings die Hartware bei Ski (-5%) und Snowboards
(-6%) rückläufig war. Das gesamte Segment Ski war vom Trend zu Helmen
(+85%) begünstigt, das der Snowboards vom Trend zu Jacken (+25%).
Segment Wachstum (%)
Snow Alpin + 13
Snowboard + 16
Touren + 21
Langlauf + 10
Ice + 10
Das größte Wachstum im Sommer brachte Outdoor mit einem Plus von 17%. Running legte in einer seit vier Jahren andauernden Trendphase neuerlich 12% zu. Nennenswert waren auch 11% Wachstum im Bereich Funwheel (maßgeblich Inline-Skates). Der Absteiger: Teamsport ging im Jahr nach der Europameisterschaft um 8% zurück.
Generell sind die Durchschnittspreise rückläufig – bei gleichzeitigem Anstieg der durchschnittlichen Verkaufsbons. Das bedeutet, dass der einzelne Artikel preiswert sein muss, im Gegenzug aber mehrere Teile gekauft werden.
Laufender Winter ist generell positiv
Eine positive Entwicklung nimmt der laufende Winter, obwohl sich der Start in den Skigebieten drei Wochen nach hinten verschob. Ski wuchs um erfreuliche 30% und Snowboard um satte 42%. Aufatmen dabei im Segment Ski-Hartware: Die Verkäufe legten um 10% zu. Gefragt seien Komfortmodelle. Gute Hoffnung auf Besserung wegen der guten Schneelage besteht bei Langlaufski, die aber noch bis Ende Dezember rückläufig waren (-12%). Der Snowboard-Verkauf (Hartware) sank leider um 16%.
Das aktuelle Wachstum wird primär in den Textilsegmenten generiert. Auffallend hohe Steigerungsraten erreicht Funktionswäsche mit einem Plus von 34%. Schöne Erfolge werden auch bei Kinderbekleidung gemeldet. Fenninger erklärt dies mit der Sortimentserweiterung in den kleinen Größen, also bis hin zum Babyoverall. Sie möchte die Kinder so früh wie möglich in die Geschäfte bringen und engagiert sich persönlich in der Produktentwicklung. Die hohen Verkaufszahlen seien allerdings ausschließlich auf die Exklusivmarken zurückzuführen. Bis Ende
Dezember trug Kidswear 3% zum Gesamtumsatz bei.
Vorsichtiger Optimismus für 2009/10
Fenninger rechnet im Gesamtjahr 2009/10 lediglich mit einem leichten Wachstum von etwa 3% – trotz Fußballweltmeisterschaft und vielversprechenden Themen wie Skihelm, Elektrobike, Vibrationsplatten, Laufen, Nordic Walking, Slackline und (Indoor-) Klettern sowie Outdoor.
Grund für die verhaltene Prognose ist die Unsicherheit am Arbeitsmarkt. Die Händler hätten sich darauf vorbereitet und vorsichtig geordert. Fenninger: „Wir gehen ins Risiko und geben den Händlern Lager.“ Grundsätzlich führt sie den Erfolg der Welser Zentrale auf das hoch entwickelte Benchmarking zurück. Durch das ausgeklügelte Warenwirtschaftssystem und die Möglichkeit des Datenvergleichs könnten die Händler voneinander lernen. su
Marktanteile im österreichischen Sportfachhandel 2008/09



