Immer stärker umkämpft: Outdoor-Standort Zürich
20.05.2010
Zürich. Soeben eröffnete mitten in der Züricher Altstadt ein neuer Outdoorshop, der hauptsächlich Arcteryx führt.
Der Laden ist „klein, aber fein“ und umfasst auf rund 150 qm die gesamte Produktpalette des Outdoor-Anbieters aus dem Reich der VF Corporation (u.a. The North Face, Eastpak). Betreiber des neuen Arcteryx-Shop-in-Shop-Stores ist der Schweizer Unternehmer Beat Ettlin, der kein Branchenneuling ist und Einzelhandels-Erfahrung aus dem Bike- und Outdoorsektor mitbringt. Hinter Ettlin steht die Firma Per La Via. Arcteryx selber legt Wert darauf, dass der neue Outdoorladen nicht als Flagship-Store der Marke geführt werde, auch wenn viele Ladenbau-Elemente eingesetzt wurden und die Kollektion in der ganzen Breite verkauft wird. Es gibt nach wie vor weltweit nur einen Flagship-Store im kanadischen Montreal, unterstreicht Arcteryx-Europamanager Reto Tischhauser.Wie hart umkämpft der Züricher Outdoormarkt ist, weiß Ettlin. Über zwölf speziell auf Outdoorsport fokussierte Läden kämpfen mittlerweile in der größten Stadt der Schweiz um den Draussen-Kunden und auch um die zahlreichen Touristen. Verschärft wurde der Druck jüngst erst durch die Ankündigung des Platzhirsches Transa, gemeinsam mit Beteiligungspartner Globetrotter in der Nähe des Züricher Hauptbahnhofs ein komplett neues Outdoorcenter mit 3000 qm Verkaufsläche errichten zu wollen (siehe SFH Ausgabe 6/2010, S.12). Arcteryx-Händler Ettlin ist aber sicher, mit dem Markennamen, den Produkten und entsprechendem Ladenambiente, Paroli bieten zu können. Der neue Laden ist in den neu gestalteten Viaduktbögen im Kreis 5 (Stadtteil) untergebracht. Dieser Teil der Stadt ist seit längerem sehr beliebt seitens der Sportanbieter. Nicht einmal zwei Jahre alt sind die Neueröffnungen anderer Monomarken-Stores rund um die Sihlporte: Es sind keine geringeren als Patagonia, Mammut und The North Face, die ebenfalls am Züricher Outdoorkuchen knabbern wollen. Ein weiterer Mitspieler ist der mit insgesamt zwei Läden in Zürich vertretene Outdoorspezialist Sherpa.
Wanderkunden im Fokus
Am stärksten merken dürfte der Branchenleader sowie Outdoor- und Bikefilialist Transa, der im Kreis 5 sein Hauptgeschäft hat, die neue Wettbewerb-Situation. In den letzten Jahren habe die Konkurrenz deutlich zugenommen, muss Transa-Geschäftsführer Philipp Schnell zugeben. Wie der Transa-Boss, weiß auch Zürichs bekanntester Sporthändler François Och, der ebenfalls stark auf Outdoorthemen setzt, dass der entsprechende Kuchen insgesamt kaum größer wird. Dazu kommt ein neuer erster Allsport-Laden, der unter der Ägide des Züricher Sport- und Outdoor-Spezialisten Och Sport (an der Banhhofstraße) eröffnet wurde. Och Sport ist vor allem im Bekleidungssektor für Outdoorkunden stark, weniger im kompletten Hartwarensektor. Beide Händler müssen sich zudem gegen die Billig-Konkurrenz aus dem Großflächenlager zur Wehr setzen: Athleticum (Manor) und SportXX bzw. die neuen Outdoor-Ableger der Migros (Outdoor by SportXX) verschärfen den Preisdruck in der Stadt. Beide Sport- und Outdoor-Discounter verfügen zusammen über fünf Großflächen-Läden und wollen das Filialnetz weiter ausbauen. Die Zielgruppe ist dabei eine kostenbewusste Käuferschicht. Profitieren wollen alle von dem neuen Wander- und Trekkingtrend in der Schweiz. So ergab jüngst eine Studie der Organisation Schweizer Wanderwege, dass gut 33% der Eidgenossen im Alter zwischen 15 und 74 Jahren regelmäßig auf Wandertour geht. Die Outdoor-Branche könne somit mit fast zwei Millionen potentiellen Kunden rechnen, die
alleine aus dem Wandersegment kommen und sich nicht nur bekleiden wollen, sondern immer häufiger auch Zelte und Schlafsäcke nachfragen. rf
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