Freeride und All Mountain machen Rennski Konkurrenz
02.12.2009
Wien. Das Rennski-Segment hält sich in Österreich im Gegensatz zu anderen Regionen, wie zum Beispiel Amerika, Frankreich und Skandinavien, hartnäckig.
Aber auch in der Alpenrepublik zeichnet sich eine Trendwende ab: Zunehmend werden neue Käufergruppen in den Bereichen Freeriding und Fun geortet.
Laut GfK-Studie ist in der Saison 2008/2009 das Race-Segment im Verkauf um 2% auf einen Marktanteil von 30% zurückgefallen. Dies könnte jedoch auch darauf zurückgeführt werden, dass der Handel Race-Ski immer stärker dem Preiskampf ausliefert. Zitat eines Händlers: „Derjenige, der das Spitzenmodell zum besten Preis anbietet, macht das Rennen.“ Die einzigen Wachstumssegmente waren Freeride (+2%) und Fun (+1%).
Insgesamt rund 91,6 Mio. EUR betrug das Marktvolumen in der Saison 2008/09. Im Vorjahr wurden noch 98,5 Mio. EUR umgesetzt. Das bedeutet einen Rückgang im Verkaufswert von 7%. In der Menge waren Alpinski mit 9% rückläufig. Die Konsequenz für das Race-Segment: Von insgesamt 334.000 (Vorjahr: 367.000) verkauften Paar Ski waren nur noch 66.800 (Vorjahr: 85.000) Einheiten den schnellen Latten zuzuordnen. Das bedeutet, dass der Mengenverlust in dieser Produktkategorie innerhalb eines Jahres satte 20% betrug.
Quo vadis Rennski?
Wie reagieren Händler und Hersteller? Laut Einkaufsleiter Alois Loidl (Gigasport, Graz) halte die Wertschätzung der Österreicher für Rennski weiter an. Denn beim Filialisten wuchs der
Race-Anteil ohne große Marketinganstrengungen von 20% im Vorwinter auf jetzt 25%. Aber trotz der nationalen Vorliebe für die Rennski forciert man in dieser Saison das Segment All Mountain. Zwar mit viel Mühe, aber auch mit gutem Erfolg: Das entsprechende Volumen stieg von einem Mengenanteil von 5% im letzten Winter auf bisher schon 15%.
Bei Bründl in Kaprun nimmt die nächste Skigeneration bereits Gestalt an: Der Sportfachhändler veranstaltete am 21. November einen Freeski-Contest. Die Location: Dach und Garage des Stammhauses. 700 Jugendliche waren dabei. Dazu Friedl Birnbacher, Prokurist und Einkaufsleiter bei Bründl: „Wir setzen ganz stark auf das Segment.“ Der Anteil von Freeski am Gesamtvolumen betrage in der Menge bereits 15%. Das Race-Volumen habe sich reduziert, halte aber noch einen Anteil von 20%. Diese Verluste gehen auch zugunsten von All Terrain. Das Segment wächst bei Bründl seit fünf Jahren und erwirtschaftet mittlerweile etwa 45%.
Marketingleiter Florian Schönleitner (Sport 2000, Ohlsdorf) schätzt den Mengenanteil Race bei den Mitgliedshändlern auf etwa 23 bis 25% des Skiverkaufs. Im Breitensport verliere das Produkt jedoch zugunsten des komfortablen und dennoch sportlichen Segments All Mountain. Generell denkt er allerdings, dass der Endverbraucher der breiteren Taille dieser Ski noch relativ skeptisch gegenüberstehe.
Dazu Christian Mann, Unternehmenssprecher der Intersport Österreich (Wels): Der Intersportkunde habe sich sowohl von der Weltcup-Optik als auch deren Funktion distanziert. In optischer Hinsicht ziehe der Käufer das Individuelle vor: Er möchte sich abheben. In funktioneller Hinsicht suche er den Fahrspaß mit flexiblerem Material, das weniger Kraftaufwand verlange. Dieser Trend begünstige zudem Marken, die zuletzt nicht auf den vorderen Plätzen rangierten. Der Mengenanteil der Race-Ski sei in der Welser Einkaufsgenossenschaft in den vergangenen zwei Jahren unter die Marke von 20% gerutscht und weitere Rückgänge werden erwartet. Große Hoffnung setzt man in das Freeski-Segment, das derzeit aber lediglich bei einem Anteil von 5% liege. su




