Fragezeichen hinter Migros-Outdoor-Märkten
09.04.2010
Zürich. Kommen sie oder kommen sie nicht? Weitere Outdoor-Märkte von Migros in der Schweiz sollten im Herbst an den Start gehen.
Doch noch stehen weitere Standorte und Größen nicht fest.Intern heißt es, an Konzept und Stand-ortplanung werde noch gebastelt. Immer wieder wurde an der Positionierung und am Layout in einem gesättigten und überfüllten Sportmarkt in der Schweiz gefeilt. Inzwischen unterhält Migros (Umsatz 2009: über 23 Mrd. CHF) mit der Tochter SportXX ein flächendeckendes Netz (44 Filialen) von großflächigen SB-Sportmärkten. Gleichzeitig wurde das Sportsegment in den früher separaten Sportabteilungen der Migros-Häuser zurückgefahren. Über den lukrativen Outdoor-Markt sollen neue Kundengruppen erschlossen werden.
Demgegenüber fährt Manor mit Athleticum eine Doppelstrategie. Das Thema Outdoor wird auch für den Schweizer Handelskonzern Maus-Frères mit Sitz in Genf (Umsatz 2008: über 6 Mrd. CHF) immer wichtiger. Während die zum Konzern gehörenden Manor-Warenhäuser ihre Eigenmarken auf diesem Sektor weiter ausbauen, werden in den Sportablegern Athleticum von Maus-Frères vorrangig alle bekannten Trekkingmarken geführt. Waren anfänglich Marktkenner skeptisch, ob sich die beiden Vertriebsschienen nicht gegenseitig Kunden abjagen würden, scheint die doppelgleisige Konzernstrategie nun doch aufzugehen. So wurde der Produktkatalog von Manor-Outdoor stark erweitert. Die Angebote umfassen die komplette Hardware-Range von Zelten, Schlafsäcken und Kocherausrüstung bis zu Outdoor-Textilien und Schuhen. Manor selbst setzt dabei verstärkt auf die Hausmarke Colonial, die vor einigen Jahren eingeführt wurde. Im Schuhbereich wird in den Warenhäusern trotzdem um einige Outdoor-Marken (Salomon, Columbia) ergänzt, die eine Preiskategorie bis zu 139 CHF abdecken sollen. Besondere Stärken will Manor künftig im Rucksackbereich zeigen: Hier wetteifert Colonial immerhin mit der Schweizer Traditionsmarke Mammut in ähnlichen Preisregionen, die um 150 CHF liegen. Zudem verspricht man sich Erfolge im Bekleidungssektor, wo die Eigenmarke mit Funktionsbekleidung unter 100 CHF punkten soll.
Manor-Sport stagniert
Währenddessen hat sich die unter dem Manor-Dach geführte Sportkette Athleticum (25 Filialen in der Schweiz) mit Marken im Outdoor-Sektor höherpreisig positioniert. Auch hier soll der Bereich ausgebaut werden. Im umgekehrten Fall wie beim Schwesterunternehmen Manor wird bei Athleticum die Outdoor-Marke stärker in den Vordergrund gerückt, während die Eigenmarke K-Tech im Outdoor-Sektor eher dazu dient, untere Preisregionen abzudecken. Jüngsten Zahlen zufolge scheint das zweigleisige Vertriebskonzept des Mutterkonzerns mit seinen Töchtern Manor (Warenhaus) und Athleticum (Fachmarkt) gut aufzugehen. Demzufolge erwirtschaftete Athleticum im vergangenen Jahr mit einem starken Outdoor-Fokus ein Umsatzplus von über 4% (auf 214 Mio. CHF). Die Warenhäsuer von Manor kamen 2009 auf einen Umsatz von rund 3,4 Mrd. CHF. Der Sport- und Outdoorumsatz soll Konzernkennern zufolge zwar einen wichtigen Umsatzanteil eingefahren haben, aber stagnieren. rf



