Fitnessmarkt Schweiz sucht Qualität
22.04.2010
Zürich. Der Fitnessmarkt in der Schweiz boomt und könnte bald 1 Mrd. CHF Umsatz generieren.
Neben dem klassischen Fitnesstraining in den Studios profitiert auch das Hallenklettern vom steigenden Gesundheitsbewusstsein. Darüber hinaus gehören Wandern und Fahrradfahren zu den beliebtesten Sportarten, die vor allem aus Fitnessgründen ausgeübt werden. Fitness für Kinder, das über den Schulsport hinausgeht, gehört Marktbeobachtern zufolge zu den Wachstumsbereichen. Davon wollen die Großflächen-Anbieter in der Schweiz profitieren. Der Fachhandel steht noch in den Startlöchern.Fast ein Viertel der Bevölkerung beschäftigt sich mit Fitness in Form von Gymnastik, Power-Plate-Training oder Kraftgeräte-Übungen. Nach letzten Schätzungen gibt es mindestens 680 Fitness-Studios in der Eidgenossenschaft. Daraus resultiert ein Marktvolumen von knapp 450 Mio. USD, Tendenz steigend. Zwar gehören Laufbänder und Cross-Trainer immer noch zu den Geräten mit den größten Wachstumschancen im Handel, doch wird Herz-Frequenz-Training immer bedeutender. Somit steigen die Ansprüche an die Geräteanbieter in technologischer Hinsicht und in Detailfragen. Der Kunde möchte Top-Geräte haben, sich auf die Messergebnisse verlassen können und beim Training intelligent unterhalten werden. Das gilt für Studiogeräte und Heimtrainer gleichermaßen. Somit steigen der Beratungsanspruch im Fachhandel und auch das Preisniveau. Besonders beim qualitätsbewussten Schweizer Endverbraucher ist das Bewusstsein gestiegen, dass ein gutes Gerät auch seinen Preis haben muss. Damit haben No-Name-Produkte aus den Discounterregalen in der Schweiz weniger Chancen als in Deutschland. Entsprechend geringer fällt das Billig-Fitness-Angebot der SB-Händler in der Schweiz aus.
Der Markt für Heimfitness (Geräte, Zubehör, Hanteln) wuchs in den vergangenen Jahren um zweistellige Prozentzahlen und dürfte Schätzungen zufolge bei einem Umsatz von rund 60 Mio. CHF liegen. Einige Spezialisten im Schweizer Fachhandel, die sich ausschließlich mit dem Thema Fitness beschäftigen, sind schon erfolgreich auf den Zug gesprungen. Zu einem weiteren Teil wird die Nachfrage über einen der größten deutschen Online-Fitness-händler abgewickelt: Sport-Tiedje aus dem norddeutschen Schleswig hat sich mit einer Niederlassung in Zürich ein Standbein in der Schweiz aufgebaut. Über die Sport-Tiedje Schweiz GmbH werden für den eidgenössischen Markt über 6000 Artikel online angeboten. Größter Mitbewerber für Tiedje ist nicht der Schweizer Sportfachhandel, sondern Großflächenhändler wie Athleticum (Manor) und SportXX (Migros), die mit ihren starken Eigenmarken bei Fitnessgeräten und Kleinteilen immer stärker mitmischen.
Fitnessklettern boomt
Der Schweizer Fachhandel sollte sich nicht die Butter vom Brot nehmen lassen. Die Fitnessklientel orientiert sich immer breiter, geht ins Studio oder inzwischen auch in die Kletterhalle. Wie stark Fitnessklettern boomt, zeigt die Hallenentwicklung und Kooperation in Deutschland und in der Schweiz: 34 Indoorhallen umfasst der deutsche Verband Klever mittlerweile, 16 Hallen steuert seit jüngstem der Schweizer Hallenverband IG Kletteranlagen (GF: Valentino Sorpresi, St.Gallen) dazu. „Unser Ziel ist, gemeinsame Standards zu erarbeiten und das Thema Ausbildung voranzutreiben", erklärt der deutsche Kletterverbands-Chef Norbert Kunz. Der Schweizer Verband war erst vor kurzem gegründet worden, Klever ging zur OutDoor-Messe vor einigen Jahren an den Start. Seitdem hat sich der Markt rasant entwickelt, der Hallenboom selber, aber auch die Zahl der aktiven Hallen-Kletterer schnellen in beiden Ländern weiter nach oben. rf
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