Europas Sportmarkt erstmals nach 20 Jahren rückläufig
13.08.2010
Auf Basis lokaler Währungen ließ der Verbrauch von Sportartikeln in Westeuropa im vergangenen Jahr nach – zum ersten Mal in zwei Jahrzehnten.
Die jährliche Marktstudie von SGI Europe zeigt, dass die Einzelhandelsumsätze in dieser Warengruppe um 1% zurückgingen. Auf Eurobasis schrumpfte der Markt um 2,9% auf schätzungsweise 49,84 Mrd. EUR inklusive Mehrwertsteuer. Die Einbußen waren ohne Zweifel in Russland und in anderen osteuropäischen Staaten um einiges stärker.Auch wenn sich der Sportartikelmarkt deutlich besser hielt als andere Segmente der Wirtschaft, war er eindeutig von der Finanzkrise und der Rezession in vielen europäischen Ländern beeinflusst – wie das auch schon im vorangegangen Jahr der Fall war: Im Vergleich zu 2007 schrumpfte der Markt seinerzeit um 3,1% auf Grundlage lokaler Währungen, blieb aber in Euros gerechnet stabil. Gleichwohl entwickelten sich die verschiedenen Länder recht unterschiedlich: So waren Spanien und Irland von der Krise hart getroffen, wo der Handel mit Sportartikeln um 7 bzw. 12% einbrach. Zwar war Portugal von der Rezession ähnlich betroffen, doch der Markt hielt sich durch die Expansion der großen Ketten im Land, Décathlon und Sport Zone, einigermaßen stabil. Die Verkäufe der Händler schmolzen – wenn auch in geringerem Maße – auch in Belgien, Dänemark, Frankreich, Italien, den Niederlanden, der Schweiz und Großbritannien.
Andererseits sorgten das kalte Wetter und gute Schneeverhältnisse für Zuwächse in Österreich und Nordeuropa (mit Ausnahme von Island und den
baltischen Staaten). Wie schon 2008 wuchs der norwegische Markt am schnellsten, und zwar um 10,3%. Traditionell sind die Pro-Kopf-Ausgaben im Land der Fjorde mit durchschnittlich 345,17 EUR europaweit am höchs-ten, gefolgt von der Schweiz, Österreich und Schweden.
Anders als bei den offiziellen Zahlen, die Fedas, die europäische Sporthändler-Vereinigung, kommuniziert, unterliegen die Zahlen von SGI Europe für alle Länder denselben Vergleichskriterien: Sie beinhalten auch Golf, Angeln und Fahrräder (die nicht allein zum Transport genutzt werden).
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