Hanwag

Ein rotes X ist kein roter Stern

München.  Ein Großprojekt an der Inntal-Autobahn kurz vor der Tiroler Grenze wirft derzeit in der Branche viele Fragezeichen auf. Mittendrin im Kreuzfeuer: Kneissl Tirol, Traditionshersteller mit dem roten Markenstern.

Laut Stadtplanungsamt Rosenheim läuft für „Aventura Kiefersfelden“ das Raumordnungsverfahren: „Die Fa. Unterberger Liegenschaftsentwicklung plant, in der Gemeinde Kiefersfelden direkt an der bestehenden Autobahnausfahrt Kiefersfelden, ein multifunktionales Center mit Fokus auf Outdoor Sport zu errichten. Neben dem Verkauf von Sportartikeln soll hier die Möglichkeit bestehen, Sportartikel zu testen und neue Sportarten auszuprobieren. Das Handelsangebot soll durch eine Erlebniswelt für Kinder, themenergänzende Manufakturen, Gastronomie, ein Hotel und Eventflächen ergänzt werden. Die vermietbaren Flächen des Projekts liegen bei insgesamt 16.460 qm. Hauptnutzung ist der Verkauf von Sportartikeln (inkl. Sportbekleidung) mit einer Verkaufsfläche von 7210 qm im Bereich der Sport-shops und geschätzten 600 qm im Bereich der Kneissl-Flächen.
Andreas Gebauer, Managing Director der Kneissl Tirol GmbH und der Holding, betont, dass der geplante,
x-förmige Gebäudekomplex „kein Kneissl-Projekt ist, sondern ein reines Projekt von Fritz Unterberger“. Unterberger ist allerdings bekannter Gesellschafter von Kneissl (hält 40%).  „Auf keinen Fall steckt arabisches Geld darin“, erklärt Gebauer, schon gar nicht von Scheich Al Jaber, der seit August 2008 die Mehrheit (60%) an der Marke mit dem roten Stern besitzt. Auch von einem Outlet-Center könne keine Rede sein,  sagt er, denn dafür „gibt’s keine Genehmigung“.

„Kein Fabrikverkauf“
Von Seiten Kneissls „gibt es jedoch Überlegungen, als Mieter einzuziehen“. Allerdings nur im Rahmen der Gastronomie, so Gebauer, ähnlich dem Modell der Star Lounge an der Innsbrucker  Maria-Theresien-Straße.  Denkbar wäre, an dem ehemaligen Grenzübergang eine doppelt so große Fläche wie in der Tiroler Hauptstadt zu beziehen, also rund 400 bis 500 qm. Bei dieser Kombination würden neben dem Gastro-Bereich auch
Kneissl-Produkte angeboten, jedoch keineswegs verbilligt, wie z.B. bei einem Fabrikverkauf. Eine Entscheidung sei aber noch nicht getroffen. Gebauer „geht auch nicht davon aus, dass eine Produktion von Kneissl“ in dem Gebäude stattfinden werde. Er habe bis jetzt lediglich vernommen, dass es sich angeblich um eine Schokoladen-Fabrik und Glasschleiferei handeln soll. Noch nicht klar ist außerdem, wer von den sonst üblichen Verdächtigen nach der geplanten Fertigstellung ab 2012 als „internationale Markenanbieter die Bereiche Sport, Mode und Freizeit“
(O-Ton Aventura) repräsentiert. rs
 

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