Dosenbach-Ochsner AG mit voller Kriegskasse
11.03.2010
Zürich. Kein Krisenjahr für Ochsner: Trotz des schwierigen wirtschaftlichen Umfelds im letzten Jahr konnte die Dosenbach-Ochsner AG mit den Töchtern Dosenbach, Ochsner Sport und Ochsner Shoes ihren Umsatz um rund 3% auf 882 Mio. CHF (Vorjahr: 856 Mio. CHF) steigern.
Das ist um so erstaunlicher, da der gesamte schweizerische Einzelhandel im letzten Jahr lediglich um 1% zulegen konnte, wie die auf Handelsuntersuchungen spezialisierte Beratungsfirma Fuhrer & Hotz (Zürich) soeben bekannt gab. Insgesamt verkaufte der nach eigenen Angaben größte Schuhhändler in der Schweiz im vergangenen Jahr immerhin 12,1 Millionen Paar Schuhe (Sport und Fashion). Das Ergebnis entspricht knapp 4,3% mehr (oder eine halbe Million) Paar als im Vorjahr. Im WM-Jahr 2010 soll das Ergebnis noch einmal gesteigert werden, unterstreicht Ochsner-Chef Antoine Fölmli. Zum verbesserten Sportergebnis trugen günstige Preise, mehr Geschäfte und das neue Miet-Business „Rent & Ready" im Wintersport bei.Der weiter amtierende Geschäftsführer von Dosenbach-Ochsner (gehört zur deutschen Deichmann-Gruppe mit 3,4 Mrd. EUR Umsatz) zeigte sich bei der jüngsten Präsentation der Zahlen jedenfalls sehr zufrieden. Nach dem überraschenden Ausscheiden des geplanten Nachfolgers an der Unternehmensspitze, Stephan Ruggle, muss Fölmli den Konzern vorerst weiterführen (siehe SFH-Ausgabe 2/2010, S. 14). Fölmli erklärte, dass das Filialnetz in der Schweiz weiter ausgebaut werden soll. Im letzten Jahr stieg die Anzahl der Läden aller drei Sparten, in denen auch Sport- und Lifestyle-Schuhe verkauft werden, von 333 auf 350 Shops. Die massive Expansion der letzten Jahre zeigt Wirkung: „Seit 2006 konnten wir den Gruppenumsatz und die Anzahl der verkauften Paar Schuhe um 25% steigern", berichtete Fölmli. Um das Wachstum weiter zu unterstützen, wurde bereits in ein neues Logistikzentrum investiert. Zudem soll jetzt noch für 25 Mio. CHF das Headquarter in Dietikon ausgebaut werden.
Die Kriegskasse ist also voll, was auch an den Investitionen in den Online-Sportshop (Software, Relaunch, Produkterweiterung, Konzentration auf die Fußball-WM) abzulesen ist. Darüber hinaus wurde im stationären Sektor gepowert. Dazu zählen die jüngsten Flagship-Stores von Dosenbach in Zug und in Spreitenbach. Mit 183 Filialen (Vorjahr: 176) wurden 342 Mio. CHF, also knapp die Hälfte des Gesamtumsatzes erzielt. Das entspricht einer Steigerung um 3,3% gegenüber dem Vorjahr mit 331 Mio. CHF. Der Preis spielt bei Dosenbach eine wichtige Rolle: Man sei im mittleren und unteren Preissegment gut positioniert, meinte der Dosenbach-Chef, der vor allem auf die Sportabteilungen in den Dosenbach-Geschäften stolz ist: Diese hätten sich weiter etabliert und verzeichneten wegen der sehr günstigen Preise trotz fehlendem Großanlass im Jahr 2009 eine positive
Umsatzentwicklung von deutlich über 100 Mio. CHF.
Ochsner Sport knackt erstmals Absatzmarke von 400 Mio. CHF
Die reine Sporttochter Ochsner Sport verzeichnete 2009 erstmals einen Umsatz von über 400 Mio. CHF. Ein Umsatzplus von 2% ließ die Verkäufe auf 402 Mio. CHF (2008: 394 Mio. CHF) steigen. Auch ohne Sportereignis und einem späten Winterstart sei das Ergebnis mehr als zufrieden stellend, sagte der Sprecher von Ochsner Sport, Steve Schennach. Aber auch bei dieser Konzerntochter trug unter anderem das Wachstum von 75 auf derzeit 80 Sportfilialen zum verbesserten Ergebnis bei. Dazu hatte sich Ochsner Sport offenbar genau zum richtigen Zeitpunkt entschlossen, das Vermietgeschäft „Rent & Ready" für Ski, Zubehör und Snowboards aufzubauen. „Wir haben rechtzeitig einen Trend aufgegriffen und können bereits in 8 der 80 Sportgeschäfte Mietski, Snowboards und Zubehör anbieten." In den Mietstationen werden auch Skischuhe bereitgehalten. „Rent & Ready" soll ausgebaut werden. Zu weiteren Inves-titionen gehören außerdem verstärkte Marketingausgaben und der Einkauf von Sportmarken, die verstärkt beworben werden sollen. So gelang es Ochsner Sport erstmals, nach langem Widerstand die Marke Scott für sich zu gewinnen und ins Programm aufzunehmen. „Wir konnten damit neue Kundensegmente erschließen", freut sich Unternehmenssprecher Schennach. rf
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