Hanwag

Die Krise spielt Domino

Halleluja, der Schnee ist da – mit manch unangenehmen Begleiterscheinungen: Flugzeuge bleiben am Boden, Staus auf den Autobahnen erreichen neue Dimensionen. Der Sportbranche mag die Wetterlage trotzdem gefallen; schließlich wird damit ganz gutes Geld verdient.
Mit dem furiosen Start in die Wintersaison geht ein turbulentes Jahr zu Ende, das gleichwohl jede Menge Fragezeichen offen lässt. Wir mögen ja gar nicht mehr den Leser mit dem Wort „Krise“ belästigen, kommen aber für eine Vorausschau auf das neue Jahr nicht wirklich um diesen Begriff herum.
Deutschland hat sich bisher durch die weltweite Finanzkrise mit Bravour durchgeschaufelt. Große Indikatoren wie Arbeitslosigkeit und Wirtschaftswachstum sind okay. Die Bilanz der Staatsverschuldung will – auch ohne Krise – seit vielen Jahren ohnehin kein seriöser Kaufmann mehr anschauen.
Die Sportgeschäfte sind bislang ganz gut durch die Krise gekommen: Ihr Angebot trifft die Nachfrage nach attraktiven Produkten. Wir verdanken der Wetterlage, dass derzeit Mützen, Schals und Handschuhe rauf und runter verkauft werden. Und Rocker-Ski geben neue Impulse, auf die der Markt lange warten musste. Gut ist das, und wir können uns deswegen auch auf ein tolles Frühjahr freuen.
Mehr Sorgen sollte uns die globalisierte bzw. europäisierte Geschäftswelt machen. Ein Domino-Effekt steht ins Haus. Zu den Wackelkandidaten innerhalb der Europäischen: Irland wurde wegen des schlecht wirtschaftenden Bankensektors vom keltischen Tiger zum keltischen Goldhamster heruntergestuft. Einem Goldhamster ohne Gold, wohlgemerkt. Der finanzielle Dominoeffekt könnte schon bald Portugal und Spanien erwischen. Das gilt auch für Italien, einem der wichtigsten Handels-partner Deutschlands.
Für Sporthändler liegt die Lehre aus diesem Euro-Gezeter in einfachen Wahrheiten: Wenn in der Eurozone etwas schief geht, steht der deutsche Bürger mit circa 30 Cent auf 1 Euro in der Haftung. Es bleibt zu befürchten, dass die derzeit recht erfreuliche Konsumbereitschaft durch die politische Großwetterlage abgewürgt werden könnte – trotz eines momentan schneereichen Lokalklimas. Hoffen wir also, dass die deutschen Konsumenten keinen Schnupfen bekommen, während unsere Nachbarn eine Lungenentzündung kurieren müssen. Hatschi und Prost Neujahr!

ANZEIGE

ANZEIGE

3D Viewer

iyinet 2012 seo yarışması llhtnbşklhyktr