Deuter legte kräftig zu –vor allem am Heimatmarkt
08.10.2010
Gersthofen. Rucksack-Experte Deuter konnte auch im abgelaufenen Geschäftsjahr 2009/10 (30. Juni) seinen Umsatz signifikant steigern.
Weltweit setzte die Marke, die zum Schwan-Stabilo-Konzern gehört, Waren im Wert von 51 Mio. EUR um. Das entspricht einer Steigerung von 13,3%. Der Umsatzanteil des deutschen Markts lag im Großen und Ganzen unverändert bei etwa 50%. Tatsächlich und überraschenderweise entwickelte sich der Umsatz am Heimatmarkt mit rund +16% noch stärker als auf den Exportmärkten. Nach Angaben von Geschäftsführer Bernd Kullmann lag das zum einen einer weiteren Konzentration des Handels auf führende Marken und dem Umstand, dass Deuter auf langfristige und nachhaltige Kundenbeziehungen setzt, die der Handel honoriert. Außerdem zahlte sich der Einstieg in den Taschen- und Lederwaren-Handel aus, der freilich einen kleinen Anteil am Gesamtumsatz ausmacht. Das gleiche gilt für den Fahrrad-Fachhandel, da der bei weitem größte Umsatz mit Sport- und Outdoor-Geschäften getätigt wird. Auch Radrucksäcke gehen über Sportgeschäfte besser als über Fahrradläden.
Nach Produktgruppen konnten Accessoires wie Waschbeutel oder Kletterzubehör um 30% zulegen, machen aber nach wie vor das kleinste Segment in Deuters Produktpalette aus. Schlafsäcke steuerten 7% zum Geschäft bei und wuchsen mit +58% überproportional.
Nach Ländern sind die USA der wichtigste Markt. Dort stieg man erst vor sechs Jahren quasi am Punkt Null ins Business ein, und im letzten Geschäftsjahr legte die eigene Niederlassung ein Plus von 43% hin. Auf die Vereinigten Staaten folgen die Schweiz, Japan und Frankreich. Österreich nimmt hinter Großbritannien nur Platz 6 ein. Bernd Kullmann erläutert, dass dort sein Vertreiber Kurt Redler, der „einen tollen Job macht", immer noch „Aufbauarbeit leistet": Mit dem früheren Vertreiber wäre Deuter fast nur bei den großen Händlern wie Eybl präsent gewesen. Die Arbeit Redlers konzentriere sich nun auf die Spezialisten im österreichischen Handel, mit denen man jetzt immer besser ins Geschäft komme.
Schwan-Stabilo insgesamt packte nochmal 7% drauf und erreichte einen Umsatz (inklusive Deuter) von 396 Mio. EUR. Dabei entfielen auf Kosmetik 193 Mio. EUR (+7,2%) und auf Schreibwaren 152 Mio. EUR (+4,8%). Der starke Zuwachs bei Kosmetikartikeln ist in der Tat ein wenig „kosmetisch", da er zum Teil durch eine Übernahme in den USA erreicht wurde. mh



