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Amer-Bilanz: Amerika ist die Spaßbremse

Helsinki. Mit gemischten Gefühlen brachte der finnische Konzern Amer Sports seine ersten neun Monate des laufenden Geschäftsjahres (Kalenderjahr) zu einem versöhnlichen Ende: Der Umsatz ging um softe drei Prozent zurück.

Dabei gab es Gewinner und Verlierer  je nach Sortiment und Region. Insgesamt war der amerikanische Markt kein Kassenschlager. Dagegen konnte Salomon vor allem bei Schuhen und Bekleidung punkten.

Im ersten dreiviertel Jahr (Ende September) schrumpfte der Umsatz leicht auf 1,05 Mrd. EUR. In Europa blieben die Verkäufe insgesamt stabil, aber in Amerika setzte es ein herbes Minus von 14%, das sich durch Währungseffekte alleine nicht vollständig erklärt.

Auch das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) gab von 43,7 auf 4,4 Mio. EUR nach. Für das gesamte Fiskaljahr 2009 erwartet Amer ein Ebit, das unter dem des Vorjahres liegt, auch wenn die Party noch nicht ganz gelaufen ist: Traditionell sind das dritte und das vierte Quartal die stärksten Saisons für Amer Sports aufgrund der Winterlastigkeit des Angebots. Die Finnen zeigen sich zuversichtlich, dass sich Maßnahmen zur Kostenersparnis im Wintersportbereich positiv auf die Profitabilität auswirken dürften. Gleichzeitig befürchtet das Unternehmen, dass dieses „Sparschwein“ von anderen Produktgruppen geschlachtet werde.

Im wichtigen dritten Quartal ging der Umsatz um 5% auf 410,6 Mio. EUR zurück. Das Ebit verlor 21% und erreichte 40,7 Mio. EUR.

Nach Produktsegmenten setzt sich der Umsatz von Januar bis September zu 51% aus Winter und Outdoor (Salomon, Atomic, Suunto, Mavic), Ballsportarten (Wilson) zu 36% und Fitness (Precor) zu 13% zusammen. Alle Kategorien konnten sich umsatzmäßig behaupten, nur Fitness gab um 16% nach – vor allem wegen des schwierigen amerikanischen Marktes.

In diesem Zeitraum steuerte geographisch Amerika 44% und Europa, Naher Osten, Afrika (EMEA) 45% des Umsatzes bei. Das übrige Geld floss aus Asien und dem pazifischen Raum. Letztere Region legte um 6% zu. Europa blieb stabil. Amerika verlor 7% Umsatz.

Das Segment Winter und Outdoor entwickelte sich zwischen Januar und September uneinheitlich. Die klassische Wintersport-Hartware der Marken Atomic und Salomon ging um 8% die Piste hinunter und verlor mit 168 Mio. EUR das Umsatzrennen. In diesem Bereich litt Amer unter schwierigen Umständen in den USA. Im dritten Quartal lagen die Umsätze global um 7% unter Vorjahresniveau, teilweise wegen Lieferrückständen. Besonderen Spaß dagegen machten die Vororders in den Segmenten Langlauf und Protektoren.

 

13% mehr bei Footwear und Bekleidung

Erstaunlich ist, dass Ski und Snowboards nicht mehr die größte Warengruppe im Bereich Winter und Outdoor ist. Stärker in Umsatz und Wachstum sind die Segmente Footwear und Bekleidung, bei denen Salomon den Löwenanteil ausmacht. Hier konnte der Amer-Konzern 13% Umsatz draufsatteln und schaffte 230,9 Mio. EUR. Auch hier bereitet Europa mehr Freude als Amerika. Weniger erfolgreich waren die Mavic-Fahrradsparte (-12%), die bekanntlich zum Verkauf steht, sowie Suunto (-6%). Die Elektronikmarke litt vor allen Dingen unter Rückgängen bei Tauchcomputern.

Recht gemischt gestaltet sich auch das Segment Ballsport, wo Golf, Mannschaftssport und Tennis unter der Marke Wilson zusammengefasst sind. Auch hier schlugen ungünstige Geschäftsbedingungen in Amerika zu Buche: In den ersten neun Monaten brachte es Wilson auf einen Umsatz von insgesamt 382 Mio. EUR (-1%). Dabei spielten Tennis (181 Mio. EUR, +/-0 Prozent) und Teamsport (143,7 Mio. EUR, +5%) den größten Anteil und waren dabei stabil bzw. positiv. Einmal mehr schwächelte die Golfabteilung mit einem herben Umsatzminus von 15%: Wilson Golf landete mit 56.5 Mio. EUR im Bunker. Wilsons Ebit gab um 37% auf 21,3 Mio. EUR nach.

Heftig getroffen von Problemen in den USA war auch das Fitnessgeschäft, das von der Marke Precor getragen wird, die besonders im amerikanischen Studiomarkt stark positioniert ist. Precor stöhnte unter Umsatzeinbrüchen von 16 % und stemmte nur noch 135,2 Mio. EUR Umsatz in den ersten drei Quartalen 2009. Das Ebit rutschte in die rote Zone mit einem Verlust von 7 Mio. EUR. Vor Jahresfrist war das Ergebnis noch mit 6,1 Mio. EUR positiv. mh

 

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