Überlassen Sie in der Probezeit nichts dem Zufall
22.09.2011
Inzwischen sind alle Auszubildenden in den Betrieben angekommen. Ebenso müssten die Neueinstellungen von bereits ausgelerntem Fachpersonal nach der Sommerpause abgeschlossen sein.
Egal, welches Beschäftigungsverhältnis eingegangen wurde, zumindest für alle neuen Auszubildenden begann der September mit einer Probezeit. Nach einem Monat ist Zeit für eine Zwischenbilanz. Nutzen alle Beteiligten die mit einer Probezeit verbundenen Chancen, geht der Betrieb gestärkt in die nächste Runde – das Weihnachtsgeschäft.
Über die rechtlichen Bestimmungen der Probezeit bei Azubis haben wir bereits berichtet (SFH Ausgabe 19/2011, S. 26). Ergänzend sei an dieser Stelle angemerkt, dass laut Bürgerlichem Gesetzbuch (BGB) für ausgelernte Angestellte eine Probezeit von maximal sechs Monaten vorgesehen ist (§ 622 Abs. 3). Trotz sich abzeichnenden Fachkräftemangels verstreichen viele Probezeiten ungenutzt. Schlimmstenfalls werden sie von Vorgesetzten als Machtmittel genutzt und von den Betroffenen als Zitterpartie wahrgenommen.
Ziel der Probezeit sollte aber sein, dass der Beschäftigte erkennt, ob er den richtigen Beruf gewählt hat und ob der neue Betrieb seinen Erwartungen entspricht. Aufseiten des Arbeitgebers muss bis zum Ende der Probezeit klar sein, ob zum Beispiel der neu eingestellte Azubi ins Team passt und ob er die Kenntnisse mitbringt, auf die während der Ausbildung aufgebaut werden können.
Neue Mitarbeiter in ein bewährtes Team integrieren
Onboarding, ein Begriff aus dem Personalmanagement, zeigt, wie das „an Bord Nehmen" eines neuen Mitarbeiters systematisch gestaltet werden kann, sodass sowohl die Beschäftigten als auch der Betrieb Nutzen und Stärke aus der Probezeit ziehen. Dabei bleibt nichts dem Zufall überlassen. Alle Onboarding-Strategien zielen darauf ab, die Motivation und die Eigeninitiative zu steigern sowie die Integration in das Team zu optimieren. Ein probates Mittel also, um die Fluktuation so gering wie möglich zu halten.
Erfolgreiche Strategien des Onboardings
Was ist konkret zu tun? Der Neuling muss vom ersten Tag an wissen, was auf ihn zukommt. Ein detaillierter Einarbeitungsplan ist für die ersten Monate eine wichtige Richtschnur. Der Plan sollte Aufschluss darüber geben, wann der neue Mitarbeiter welches Aufgabengebiet kennenlernen wird, welche Informationen er dafür benötigt und wer ihm diese gibt. Azubis sollten während der Probezeit möglichst zwei unterschiedliche Ausbildungseinheiten durchlaufen. Vorgesetzte können so besser einschätzen, welche Aufgaben ihm leicht von der Hand gehen und bei welchen er Unterstützung braucht. Außerdem lässt sich so die Integrationsfähigkeit des Azubis leichter beurteilen. Dementsprechend können Schwierigkeiten im Team an ihm liegen, aber auch am eingespielten Team, das bei der notwendigen Aufnahme von Neulingen oft mauert. Hilfreich ist nicht nur hier ein gut funktionierendes Patensystem (SFH Ausgabe 14/2011, S. 30).
Feedback-Gespräche weisen den weiteren Weg
Während der Probezeit sollten regelmäßige Feedback-Gespräche Standard sein. Diese müssen geplant werden, ansonsten fallen sie immer scheinbar wichtigeren Dingen zum Opfer. Die Gespräche müssen auf gleicher Augenhöhe stattfinden. Einem Arbeitgeber nützt es nichts, wenn der Neue nach seinem Mund redet. Vertrauen und Offenheit sind deshalb gute Ratgeber. Teil des Feedback-Gesprächs sind regelmäßige Beurteilungen. Etwaige geäußerte Kritik und die sich daraus ergebenden Lösungsvorschläge müssen zur Diskussion gestellt werden; nur so kann sich eine Beurteilung positiv auf den weiteren Verlauf der Probezeit auswirken. Wichtig ist auch, dass beide Seiten ihre
Erwartungen und Vorhaben für die nächste Runde der Probezeit unmiss-verständlich zum Ausdruck bringen.
Bei allen Maßnahmen sollten der berufliche und persönliche Hintergrund des Neueinsteigers beachtet werden. Einen anpackenden, neugierigen Mitarbeiter motivieren spannende Aufgaben mehr als einen, der eher zurückhaltend ans Werk geht. Beide Charakterzüge haben Vorteile, der jeweils schwächer ausgeprägte muss vielleicht nur erst entdeckt werden.
Professionelles Onboarding verringert das Risiko, dass Arbeitsverhältnisse – egal von welcher Seite – vorzeitig beendet werden. Eine Probezeit, die nahtlos in ein ordentliches Arbeits- bzw. Ausbildungsverhältnis übergeht, ist ein Spiegelbild des Führungserfolgs und für den Betrieb entscheidend, denn jede nicht bestandene Probezeit ist für das Unternehmen die teuerste Lösung (SFH Ausgabe 14/2011, S. 30). Für viele Arbeitnehmer und Azubis ist es eine persönliche Krise. dw
Sportsella-Tipps zu Feedback-Gesprächen für Ausbilder
· Sportsella-Tipps zu Feedback-Gesprächen für Ausbilder
· Planen Sie spätestens nach zwei Monaten ein Feedback-Gespräch mit
Beurteilung ein.
· Leistung wird oft mit Sympathie verwechselt. Hinterfragen Sie unter
diesem Gesichtspunkt Ihre Beurteilung. Und denken Sie immer daran: „Laute" Menschen werden oft überbewertet, während „leise"
oft unterschätzt werden.
· Beurteilen Sie immer den gesamten zurückliegenden Probezeit-Abschnitt. Oft verstellen herausragende Einzelerlebnisse den Blick aufs
Ganze. Das Gleiche gilt für den ersten und letzten Eindruck; sie prägen sich ein. Unspektakuläre längere Zeitabschnitte bleiben dagegen
bei einer Beurteilung fatalerweise oft außen vor.
· Machen Sie sich zwischendurch Notizen. Damit behalten Sie nicht nur den Überblick, Sie können daran auch eine Tendenz für die
Zukunft ablesen. Schriftliche Unterlagen zeigen schnell, ob der Neuankömmling im Laufe der Probezeit stärker oder schwächer wurde.
· Gerade in ländlichen Regionen sind speziell in der Sport-Fachhandels-Branche Vorgesetzte und neue Mitarbeiter oft im gleichen
Sportverein. Vielleicht war der private Kontakt sogar ausschlaggebend für das Beschäftigungsverhältnis. Versuchen Sie bei der
Beurteilung diesen Aspekt immer mitzudenken und trennen Sie ganz bewusst Privates von Beruflichem. Machen Sie im Gespräch klar,
dass Sie sich als Stürmer auf jede gute Flanke im Spiel freuen, dass es jetzt aber um etwas anderes geht.
· Geben Sie auch dem neuen Mitarbeiter Raum für eine Zwischenbilanz.
· Erkennen Sie Probleme, die ein positives Ende der Probezeit gefährden, sollten Sie nach den Gründen fragen und wie man in diesem
Punkt konkrete Verbesserungen erzielen kann. Orientieren Sie sich dabei an den Stärken des neuen Mitarbeiters. Kommen Sie zu
keinem Ergebnis helfen bei Azubis eventuell „ausbildungsbegleitende Hilfen", die von der Agentur für Arbeit angeboten werden.
· Erarbeiten Sie mit ihrem neuen Mitarbeiter einen Plan für die Zeit bis zum Ende der Probezeit. dw
Sportsella-Trainings im Oktober
• Sportsella-Mentaltraining: Reklamationen professionell als Mittel der Kundenbindung zu nutzen, ist eine der schwierigsten Aufgaben
eines Fachverkäufers. Nach der theoretischen Einführung des Themas bietet das aktuelle Sportsella-Mentaltraining zahlreiche Übungen
zur Reklamations-bewältigung.
• Sympatex/Vaude – das Outdoor-Training 2011: Vaude und Sympatex entwickeln gemeinsam ökologische Textilien auf der Grundlage
einer recycelbaren Sympatex-Membran. Das Training zeigt, wie´s funktioniert und wie es den Produktdesignern gelingt, neben der
Nachhaltigkeit auch dem Anspruch auf ein perfektes Körperklima gerecht zu werden. Vaude verlost am Ende des Monats eine
Jorassis-Jacke im Wert von 400 EUR.
• Asics-Basis-Training: Beim Grundlagen-Training von Asics steht die Technologie, die in den Schuhen steckt, im Mittelpunkt. Wer die
verstanden hat, hat auch mit den Asics-Aufbautrainings keine Probleme. Wie bei jedem Sportsella-Training kann man am Ende des
Asics-Basis-Trainings sein erworbenes Wissen in einem Test unter Beweis stellen. Zu gewinnen gibt es eine Running-Jacke
(Monatspreis) und ein Running-Shirt (Wochenpreis).
• Kamik-Winterboots-2011: Die ersten Vorboten des Herbstes sind da. Manche gruseln sich schon jetzt vor dem kalten Winter. Mit den
neuen Winterboots von Kamik verliert der Winter seinen Schrecken. Kuschelig warm sind sie, funktionell und modisch. In der Lostrommel
warten jeden Monat ein Paar Kamik-Boots auf den Gewinner des Tests.
• K2 Rocker-Technologie: Auf dieses Training haben viele gewartet: Es erklärt die K2-Rocker-Technologie so, dass Sie das im Training
erworbene Wissen eins zu eins in Ihrem Verkaufsgespräch umsetzen können. Das rockt! Als Monatspreis warten ein Paar K2-Ski mit
Bindung auf Sie, als Wochenpreis K2-Caps.
• Info zu weiteren Sportsella-Trainings: Aktuell arbeiten wir an einem Training mit dem Arbeitstitel: „Der professionelle Nordic
Ski-Verkäufer“. Im November 2011 soll es an den Start gehen. Als Industriepartner können Sie noch einsteigen und damit zeigen, wie
wichtig Ihnen eine professionelle Beratung im Handel ist. Kontakt: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. . dw
Aus dem Sportsella-Ticker
Kaufman/-frau im Einzelhandel – der Spitzenreiter der Ausbildungsberufe: Das Statistische Bundesamt Deutschland veröffentlichte am 26. August 2011 die Zahlen zu den neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen im Jahre 2010: Demnach begannen vor einem Jahr insgesamt 559.032 Jugendliche mit ihrer Ausbildung, 0,4% weniger als im Vorjahr. Spitzenreiter war zum wiederholten Male der Beruf Kaufmann/-frau im Einzelhandel. Insgesamt 33.345 Ausbildungsverträge wurden hier neu abgeschlossen. Es folgten die Berufe Verkäufer/in, Bürokaufmann/-frau, Kraftfahrzeug-Mechatroniker/in sowie Industriekaufmann/-frau. Damit hat sich seit sechs Jahren an der Zusammensetzung der Spitzengruppe nichts geändert.
Nach Geschlechtern differenziert ergibt sich folgendes Bild: 8% der Frauen (18.720) begannen nach ihrem Schulabschluss mit der Ausbildung zur Kauffrau im Einzelhandel, bei den männlichen Jugendlichen unterschrieben 4,5% (14.625) ein Ausbildungsvertrag zum Kaufmann im Einzelhandel. Damit ist der Beruf der Kaufmann/-frau im Einzelhandel die Nummer eins bei Frauen, bei den Männern die Nummer zwei. Die Spitzenposition nimmt hier der Beruf Kraftfahrzeug-Mechatroniker ein: 5,6% der Männer (18.081) entschieden sich dafür.
Unter dem Blickwinkel der schulischen Vorbildung stellt das Statistische Bundesamt fest, dass Jugendliche mit Realschul- oder einem vergleichbaren Abschluss am häufigsten eine Ausbildung in den Berufen Kaufmann/-frau im Einzelhandel, Bürokaufmann/-frau und Kraftfahrzeug-Mechatroniker/-in wählten. Bei Jugendlichen mit Hauptschul-Abschluss rangierten die Berufe Verkäufer/in, Kaufmann/-frau im Einzelhandel und Friseurin auf den ersten Plätzen. dw

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